Dienstag, 15. Dezember 2009

Kapitel 4 - "Tag der Preisverleihung"


Heute ist Tag der Preisverleihung. Lustigerweise bin ich nicht der einzige dem es eigentlich vollkommen powidl ist, ob er einen Preis bekommt oder nicht. Mittlerweile habe ich einen Haufen Regiekollegen kennengelernt und für uns alle zählt eigentlich mehr die Tatsache, dass wir hier eine tolle Zeit verbringen. Die mit Abstand weiteste Anreise hatte Carlos Andres Vera aus Equador. Mit seiner Edgar Allan Poe Verfilmung von „The Facts in the case of Mr. Valdemar“ ist er mit seinem relativ aufwändigem, psychotischen Kostümfilm ein durchaus ernst zunehmender Konkurrent für mich. Und umgekehrt ich für ihn, wie er selbst meint.. Aber das ist uns wie gesagt eigentlich egal. 36 Stunden später, sollten wir zusammen in Mumbai ein haarsträubendes Taxi-Abenteuer erleben. Ich setze mich mit Carlos und meinem Regiekollegen Marco Wiersch aus Köln auf die für uns reservierten Plätze im großen Auditorium. Viel Presse, die Festivalorganisatoren, allen voran Manoj Srivastava halten ihre Reden. Lange Rede kurzer Sinn: Ich lag mit zwei Tipps goldrichtig. „Just a Pitch“ von Eric Raynaud gewinnt den dritten Preis, der erste geht an „Kelkkunnundo“, die indische Produktion über das blinde Mädchen. Beides verdient wie ich meine. Der zweite Preis geht übrigens ebenfalls an einen indischen Regisseur. Für die Dokumentation "Wagah". Der Oscarfilm geht ebenso leer aus, wie sämtliche deutschsprachige Produktionen (die ja verhältnismäßig zahlreich vertreten waren) so wie auch mein dritter favorisierter Film „When this man dies“. Es muss unglaublich schwer gewesen sein, als Jury diese Entscheidung zu treffen, zumal es ja auch keine Einschränkungen/Begrenzungen hinsichtlich der Genres, des Inhaltes oder der Längen gab. Fest steht: Hier war die Spitze vertreten und es war mal ein Festival, bei dem man sich nicht für seine Konkurrenzfilme und auch nicht für die Gewinner genieren musste..

Erster Preis für Geetu Mohan - "Kelkkunnundo"

Dritter Platz für Eric Raynaund - "Just a Pitch"

Links: Carlos Andres Vera (keine Angst er sieht nicht immer so aus)
Rechts: Marco Wiersch aus Köln

Presse
Jurymitglieder

Am Abend ziehe ich noch mit dem Gewinner des dritten Preises, Eric Raynaud, sowie Marco Wiersch, der finnischen Schauspielerin Amira Khalifa und einem meiner Screeningzuseher durch die Gegend. Wir landen schließlich am Pool von Amiras Hotel und philosophieren über Film, sowie Gott und die Welt. Später kommt noch Jurymember Michael Orth hinzu.


Eric & Marco

Sweet Amira :-)

Marco
Ich & Amira

Um kurz nach ein Uhr früh mache ich aber einen knallharten Break. Denn ich will morgen zeitig kurz nach acht nach Agonda. Einem der besten Strände Goas. In nüchternem Zustand... Deshalb: Break & Heimfahrt. Marco schließt sich an.